Hintergrund

Das Wissen um die Verbreitung, die Präsenz und Absenz bestimmter Tier- und Pflanzenarten ist essentiell für verschiedene die Umwelt betreffende Bereiche wie Naturschutz, Biodiversitäts- und Ökosystemmanagement sowie Bauplanungsvorhaben. Allerdings kann die Erfassung spezieller Arten teilweise sehr problematisch sein, z.B. aufgrund der Gegebenheiten des Untersuchungsgeländes, in unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Arten oder wenn der Bestand der Population gering ist.

Um diese Problematik zu lösen, wird die Untersuchung von Umwelt-DNA (environmental DNA, kurz: eDNA) angewandt. Diese eDNA wird von Tieren und Pflanzen durch Hautzellen, Schleim, Keimzellen, Ausscheidungen oder sterbliche Überreste an ihre aquatische oder terrestrische Umwelt abgegeben. Mithilfe molekularbiologischer und massenspektrometrischer Methoden kann diese DNA analysiert und ausgewertet werden, sodass Aussagen über die Präsenz und Absenz bestimmter Arten im jeweiligen Habitat getroffen werden können.

Im Fokus dieser Untersuchungen stehen vor allem die nach der EU-Richtlinie 92/43/EWG, der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), geschützten Arten. Diese Richtlinie dient der Erhaltung der Artenvielfalt und schreibt eine regelmäßige Überprüfung des Erhaltungszustandes bestimmter Tier- und Pflanzenarten vor. Des Weiteren sind invasive Arten aufgrund ihres Einflusses auf die heimische Fauna und Flora Gegenstand der molekularen und massenspektrometrischen Untersuchungen.